Norderstedt liegt mittig im südlichen Landesteil von Schleswig-Holstein, unmittelbar am Nordrand von Hamburg und grenzt an die Stadtteile Niendorf, Langenhorn, Hummelsbüttel, Poppenbüttel, Lemsahl-Mellingstedt und Duvenstedt. Norderstedt ist flächenmäßig die viertgrößte und von der Einwohnerzahl die fünftgrößte Stadt in Schleswig-Holstein.
Von Norderstedt aus erreicht man in ca. 60 Minuten die Nord- oder die Ostsee und in 30 Minuten das Zentrum von Hamburg.
Norderstedt hat eine der größten Kraftfahrzeug-Dichten in Deutschland (537 Kfz / 1000 Einwohner) Norderstedt besitzt einen U-Bahn-Anschluss an das Hamburger Nahverkehrsnetz. Neben der Alsternordbahn (Ulzburg Süd - Moorbekhalle - Friedrichsgabe - Norderstedt Mitte), die durch die AKN betrieben wird, besitzt die Stadt Norderstedt durch die VGN (Verkehrsgesellschaft Norderstedt, Tochter der Stadtwerke Norderstedt) auch die U-Bahn-Strecke Norderstedt Mitte - Garstedt, die als Teil des Schnellbahnsystems Hamburg als U1 durch die Hamburger Hochbahn betrieben wird. Insgesamt 44 Kilometer Reitwege durchziehen Norderstedt. Durch das kommunale Telekommunikationsunternehmen wilhelm.tel ("Sohn" der Stadtwerke Norderstedt) sind momentan knapp 25.000 Norderstedter an ein modernes Glasfaser-Netzwerk angeschlossen und können so mit bis zu 100 MBit/s in das Internet. Norderstedt hat trotz seiner Größe keine Berufsfeuerwehr, sondern regelt diese Belange mit einer Freiwilligen Feuerwehr, bestehend aus vier Ortsfeuerwehren, siehe Abschnitt Öffentliche Einrichtungen. Außerdem wird dort der öffentliche Rettungsdienst durch eine lokale Hilfsorganisation (KBA e.V.) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gestellt. Norderstedt verfügt über kein Krankenhaus der Maximalversorgung, allerdings gibt es eine kleine kardiologische Fachklinik. Bedingt sind diese Besonderheiten durch die Nähe zu Hamburg, wo diese Einrichtungen zur Verfügung stehen und länderübergreifend genutzt werden. Der Zusammenschluss zur Stadt Norderstedt sollte auf Wunsch der vier Ursprungsgemeinden (s.o.) zum 1. Januar 1976 geschehen. Als Stadtname war "Holstein" ausgesucht worden. Das Bundesland Schleswig-Holstein setzte sich jedoch über das kommunale Selbstbestimmungsrecht hinweg und verordnete die Gründung von "Norderstedt" bereits zum 1. Januar 1970. Im Gegensatz zum Bundestrend erhöht sich in Norderstedt die Staatsquote kontinuierlich. Neben den Norderstedter Stadtwerken betreibt die Stadt Norderstedt eine Vielzahl städtischer Gesellschaften, die in Konkurrenz zur Privatwirtschaft ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten. Bevorzugte Gesellschaftsform ist neben dem kommunalen Eigenbetrieb zunehmend die GmbH. So gibt es eine städtische Telefongesellschaft (wilhelm.tel GmbH), ein städtisches Altersheim (Haus im Park GmbH), die städtische Entwicklungsgesellschaft (EGNO GmbH), die Mehrzwecksäle Norderstedt (MeNo GmbH), eine städtische Verkehrsgesellschaft (VGN GmbH), eine Stadtparkgesellschaft (Stadtpark GmbH). Die städtische Musikschule wird exemplarisch aus dem städtischen Haushalt subventioniert. Drei privatwirtschaftlich betriebene Musikschulen mussten bislang Insolvenz anmelden, da sie nicht mehr wettbewerbsfähig ihre Unterrichtskurse anbieten konnten. Die städtische Volkshochschule bietet u.a. subventionierte Kurse zur Administration von Servern an. Privatwirtschaftlich betriebene Systemhäuser können diese Lehrgänge nicht mehr kostendeckend anbieten. Im Jahre 2006 scheiterte der Versuch, ein 2005 eröffnetes städtisches Restaurant zu betreiben, die Verluste waren mit 2,5 Mio Euro einfach zu hoch. Gleichwohl wurde das Preisgefüge für Speisen und Getränke in den übrigen Restaurants empfindlich gestört. Ab 1. Januar 2007 ist die Altpapiersammlung verstaatlicht worden. Auch hier wurde die Privatwirtschaft wieder empfindlich getroffen. Zur Findung des Stadtnamens diskutierte man über "Holstein" (in Schleswig-Holstein der Gegenpol zu Schleswig), "Süderstedt" (weil im Süden Schleswig-Holsteins gelegen) und "Norderstedt" (nördlich der Regionsmetropole Hamburg). "Norderstedt" war bereits Projektbezeichnung für ein Zuzugs- und Wohnbaugebiet für Flüchtlinge aus Ostdeutschland, das von mehreren umliegenden Gemeinden getragen wurde und auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Harksheide (Falkenberg) entstand. Norderstedt hat dieselbe Telefonvorwahl wie Hamburg (040). Beim alten vierstelligen Postleitzahlensystem (von 1961 bis 1993) galt die Postleitzahl von Hamburg (2000) auch für Norderstedt. Mit der Verhüllung ihrer Türme sorgten die Kirchen 1999 für bundesweite Aufmerksamkeit. Mit der Aktion sollte auf die Finanznot der Gotteshäuser hingewiesen werden. 1991 geriet die Schalom-Gemeinde (mittlerweile mit der Kirchengemeinde Harksheide-Süd Vicelin zur Kirchengemeinde Vicelin-Schalom fusioniert) in die Schlagzeilen, als sie für einige Wochen von Flüchtlingen besetzt wurde, die nach rassistischen Angriffen aus Greifswald geflohen waren und gegen ihre Wiederverlegung dorthin Widerstand leisteten. Einzigartig in Deutschland gibt es im Quartier Ochsenzoll einen Wochenmarkt, der über eine Stadtgrenze, gleichzeitig aber auch über die Ländergrenze Schleswig-Holstein/Hamburg geht. 2011 wird in Norderstedt eine Landesgartenschau stattfinden. Seit dem 1. Januar 2005 ist Norderstedt für eine Experimentierphase von 6 Jahren Große kreisangehörige Stadt, also kreisangehörig, aber mit Sonderrechten ausgestattet. Der vergleichsweise geringen Größe zum Trotz hat Norderstedt vier Gymnasien. Sie sind älter als die Stadt selbst; bei der Zusammenschließung der Gemeinden 1970 brachte jede ihr Gymnasium mit, das Coppernicus-Gymnasium in Garstedt, das Lessing-Gymnasium/Schulzentrum Nord in Friedrichsgabe, das Gymnasium Harksheide in Harksheide und das Liese-Meitner-Gymnasium/Schulzentrum Süd in Glashütte.
(Text aus Wikipedia)